5 Hilfestellungen für deine Entscheidung
Gastbeitrag von einem Team-Mitglied
Als James bei uns einzog, hat sich unser Alltag komplett verändert. Plötzlich war da diese kleine Fellnase, die mit ihrem Blick direkt ins Herz traf und mit jedem Wedeln das Leben ein Stück heller machte. Wir gingen gemeinsam durch die Phasen: von den ersten tapsigen Schritten im neuen Zuhause bis zu langen Spaziergängen, bei denen wir beide völlig müde, aber glücklich zurückkehrten.
Und dann, nach vier Jahren kam irgendwann dieser Gedanke: Wäre es nicht schön, wenn James einen vierbeinigen Freund hätte? Nicht nur wir, sondern auch er hätte dann jemanden, mit dem er spielen, kuscheln und vielleicht sogar Unsinn anstellen könnte.
Dieser Gedanke blieb. Er wuchs, wurde konkreter, aber gleichzeitig tauchten auch Zweifel auf. Schaffe ich das zeitlich? Kommen die beiden miteinander klar? Ist James überhaupt bereit? Und natürlich: Ist unser Zuhause groß genug?
Nach vielen Überlegungen, Gesprächen und kleinen Tests im Alltag fiel die Entscheidung und Cooper zog ein. Heute kann ich sagen: Es war eine der besten Entscheidungen, die wir je getroffen haben. Aber auch eine, die man nicht leichtfertig treffen sollte.
Wenn du gerade an einem ähnlichen Punkt bist, dann helfen dir vielleicht diese fünf Fragen, die wir uns selbst gestellt haben und die du unbedingt ehrlich für dich beantworten solltest.
Zwei Hunde brauchen nicht doppelt, sondern oft mehr als doppelt so viel Platz, um sich wohlzufühlen. Jeder braucht seinen eigenen Schlafplatz. Nicht nur, um bequem zu liegen, sondern auch, um ein Stück Privatsphäre zu haben. Selbst beste Freunde brauchen mal Abstand.
Auch beim Fressen gilt: Getrennte Futterplätze vermeiden Stress. Hunde sind zwar oft lieb, aber beim Thema Futter kann der Urinstinkt durchkommen. Ecken, Nischen oder ein paar Möbel dazwischen helfen, dass jeder in Ruhe fressen kann.
Überleg auch,
ob es genug Bewegungsfreiheit gibt, nicht nur draußen, sondern auch in der Wohnung. Gerade an Regentagen oder wenn man mal nicht so lange raus kann, wollen beide trotzdem toben, sich strecken und durch den Raum gehen können. Und: Jeder Hund sollte einen festen Rückzugsort haben, an den der andere nicht ständig hinterherläuft.
Bevor Cooper zu uns kam, haben wir ehrlich geprüft:
Falls du zur Miete wohnst, ist der erste Schritt ein Gespräch mit dem Vermieter nicht erst, wenn der zweite Hund schon da ist. Manche akzeptieren einen Hund, aber nicht zwei.
Lebst du in der Nähe von Parks, Feldern oder Waldwegen? Oder müsstest du jeden Gassiweg erst mit dem Auto anfahren?
Die ersten Wochen mit Stubenreinheit sind schon mit einem Hund eine Aufgabe, mit zweien steigt der Aufwand. Ein Garten ist Gold wert, aber kein Muss, wenn du motiviert bist, oft rauszugehen.
James habe ich fast überall mit hingenommen: zu Freunden, zur Arbeit, ins Café. Das Alles ist mit zwei Hunden deutlich umständlicher, weswegen man dazu neigt, die Krümel lieber dann beide zu Hause zu lassen. In unserem Fall mussten wir feststellen, dass ein Ridgeback zwar unter den Tisch im Café passt, zwei jedoch nicht mehr. Ebenfalls könnte ein größeres Auto notwendig sein.
Bevor Cooper einzog, war uns klar: James musste zuerst fit und gut erzogen sein. Ein Hund, der selbst noch in der Pubertät steckt oder Grundkommandos nicht zuverlässig beherrscht, wird mit einem Zweithund schnell überfordert.
Ebenso wichtig: Kommt dein Hund gut mit Artgenossen klar? Wenn er draußen oft entspannt mit anderen Hunden umgeht, sind die Chancen gut. Trotzdem sollte das erste Treffen auf neutralem Boden stattfinden, damit kein Revierverteidigungs-Drama entsteht.
Auch die Wahl des zweiten Hundes zählt. Unterschiedliche Geschlechter harmonieren oft besser. Ähnliche Rassen können Vorteile haben, weil sie ein ähnliches Temperament teilen, aber es gibt auch wunderbare Freundschaften zwischen ganz unterschiedlichen Hunden.
Wenn dein erster Hund gut erzogen ist, kannst du gleich haben und eurer Zweithund schaut sich das gewünschte Verhalten bei ihm ab. Das funktioniert allerdings in beide Richtungen: auch euer erster Hund wird sich genau angucken mit was der Neue denn bei euch durchkommt und ausprobieren, ob das nun auch für ihn gilt. Ein Beispiel: Cooper war 10 Wochen alt bei seinem Einzug. Natürlich hört ein Welpe nicht sofort auf das Kommando „Sitz“. James beobachtete mich also ganz genau bei unserer Welpenerziehung und es dauerte drei Tage, da schauten mein Partner und ich uns an und fragten uns seit wann James denn nicht mehr oder nur noch mit Wiederwillen auf das Kommando „Sitz“ hörte. Jaaaaa auch die negativen Aspekte eurer Hundeerziehung werden sich übertragen. Die „Muss ich wirklich sitz machen wenn du das sagst“ Diskussion unserer Hunde war dann allerdings durch ein paar gezielte Trainingseinheiten auch schnell wieder beendet.
Ganz ehrlich: Es ist beides. James und Cooper bereichern unser Leben jeden Tag, aber sie fordern uns auch. Es gibt Tage voller Harmonie, gemeinsamer Spaziergänge und abendlicher Kuschelrunden. Und es gibt Tage, an denen einer bellt, während der andere Unsinn macht.
Der Schlüssel ist:
Zeit, Geduld und Herzblut. Wer das hat, bekommt nicht nur zwei Hunde, sondern auch doppelt so viele unvergessliche Momente.
Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich nicht nur zwei Hunde, die miteinander durchs Leben gehen, sondern auch zwei Persönlichkeiten, die sich ergänzen und unser Zuhause komplett machen. Für uns war der Schritt vom „Hundebesitzer“ zum „Zweihund-Mensch“ der Beginn eines noch schöneren Kapitels. Vielleicht ist er das für dich auch, wenn du bereit bist.
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